Zum 32. Sonntag im Jahreskreis
12. November 2017





Die klugen und die törichten Jungfrauen

Der rechte Augenblick

(zu Mt 25,1-13)

Schon 50 Jahre nach der Auferstehung!
Wie soll die Gemeinde des Matthäus
da nicht müde, nicht achtlos werden?

Die Begeisterung von einst - dahin!
Ermüdungserscheinungen eben.
Wer rastet, der rostet, sagt man.

Wartezeit ist verlorene Zeit,
sagt man. In der Bibel aber
ist Wartezeit wesentliche Zeit.

Wer sie sinnvoll füllt, ist weise.
Wer sich mit Nichtigkeiten zerstreut,
wird am Ende der Zeiten müde sein.

Schauen wir auf die „klugen Jungfrauen":
Sie wissen, dass ihr Auftrag Energie braucht.
Sie überlassen die Zukunft nicht dem Zufall.

Sie haben ein Gespür für den rechten Augenblick.
Sie schauen aus, sie schauen auf uns:
Bricht heute Gottes - und aller - Freudentag an?


Dorothee Sandherr-Klemp
(„Magnificat“ November 2017)